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1. Ursache:


Defekt eines Gens, das für die Produktion des Enzyms Arylsulfatase A verantwortlich ist. Dieses wird benötigt für den Abbau des Stoffwechselproduktes Sulfatid. Bei verminderter Enzymaktivität kommt es zur Speicherung von Sulfatid, dadurch wird das Myelin (die ´Isolationsschicht´ der Nervenzellen) instabil und zerfällt. Ohne eine intakte Umhüllung der Nervenzellen werden Nervenimpulse nicht mehr oder nur noch schlecht weitergeleitet und es entstehen Störungen bei Bewegungen und Sinneswahrnehmungen.



2. Häufigkeit:


Der Gendefekt wird autosomal-rezessiv vererbt, statistisch ist nur eines von ca. 100 000 Kindern betroffen. In Deutschland leben zur Zeit ungefähr 100 MLD-Erkrankte bei 4 - 9 Neuerkrankungen pro Jahr.



3. Therapie:


Es gibt derzeit noch keine Therapiemöglichkeiten.
Einzelne MLD-Formen können in ganz seltenen Fällen durch eine frühzeitige Knochenmarkstransplantation gestoppt werden, die aber vor Ausbruch der Krankheit erfolgen muss.



4. Formen der Krankheit:


Am häufigsten sind die spätinfantile und die juvenile Verlaufsform; die spätinfantile Form (Typ Greenfield) beginnt mit ca. 18 Monaten, die juvenile (Typ Scholz) ab ca. 4 - 6 Jahren; daneben gibt es noch die adulte Form, die meist im Jugendlichenalter beginnt, aber sehr selten ist.



5. Untersuchungen und Nachweise


- Kernspintomographie
- Enzymaktivität der Arylsulfatase A
- Nervenleitgeschwindigkeit
- molekulargenetische Blutuntersuchung
- Sulfatide im Urin
- Nervenbiopsie (selten)



6. Frühsymptome:


- Entwicklungsverzögerung
- Ungeschicklichkeit beim Gehen und häufiges Stolpern
- grundloses Hinfallen



7. weiterer Krankheitverlauf:


- motorische und geistige Rückentwicklung
- Sprachverfall
- Muskelspastik
- Spitzfuss, Knickfuss
- Lähmungen von Armen und Beinen
- Aussetzen des Schluckreflexes
- zum Teil häufiges Erbrechen
- teilweise schmerzhafte Berührungsempfindlichkeit
- Anfallbereitschaft
- Blindheit
- Taubheit
- stark verkürzte Lebenserwartung



8. unterstützende Hilfemaßnahmen:


- Legen einer Magensonde (PEG)
- Medikamente zur Linderung von Schmerzen, Muskelspastik und epileptischen Anfällen



9. Begriffserklärung:


- metachromatisch:
Das Gewebe erkrankter Menschen zeigt beim Kontakt mit bestimmten Farbstoffen einen Farbumschlag (Metachromasie). Dies rührt daher, dass sich im Gewebe saure Fettstoffe (Sulfatide) ansammeln, die mit den Farbstoffen reagieren.
- Leukodystrophie:
Leuko = weiss, Dystrophie = Ernährungsmangel
Diese Krankheiten zerstören die weisse Substanz des Nervensystems, das Myelin.